Maiersreuth

Altes Badehaus Maiersreuth

Das Licht der Öffentlichkeit erblickte Eyepollution im Sommer 2018. In Maiersreuth, ganz im Osten der Oberpfalz, war die Nürnberger Theaterfrau Chriska Wagner federführend in einem spannenden Kulturprojekt engagiert. Ein ehemaliges Kurgebäude, das schon Jahre leer gestanden hatte, sollte dabei in ein Kunst- und Kulturzentrum umgewandelt werden. Zur Eröffnung am 17. Juni, dem Tag der offenen Tür, war auch Eyepolllution eingeladen und alles steuerte schon auf einen Erfolg zu: Blaskapelle, Festzelt, Feiertagsstimmung, das Fotoprojekt im alten Badehaus, wo früher Anwendungen, Kuren und medizinischer Badebetrieb stattgefunden hatten. Es kamen die Leut‘ nicht nur aus der ganzen Fraisch, der Gegend an der Grenze zu Tschechien, und machten sich mit Eyepollution einen schönen Sonntag.

Leider ist mit der Ausstellung, der Projektion der Fotos und einer Auswahl der Bilder auf Papier und Leinwand, schon das Beste über diesen Tag gesagt. Am Abend lief für alle, die in Maiersreuth geblieben waren, das Auftaktspiel der Fußballnationalmannschaft bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Russland 2018TM (Trademark und so). Zum großartigen Abschluss dieser wunderbaren Kulturveranstaltung war also auch für die vielen Fußballinteressierten alles angerichtet. Doch das Spiel ging verloren, das 0:1 gegen „El Tri“ war der vorläufige Höhepunkt der völlig verunglückten Vorbereitung und Auftakt zu einem richtig, richtig verkackten WM-Turnier in Russland, dem schlechtesten Abschneiden bei einer WM ever. Özil war der einzige deutsche Spieler, der sich vor der Halbzeit ernsthaft anstrengte und im Sprint mit zurück gerannt war. Doch ein Haken genügte, damit Lozano an Neuer vorbei zum Sieg der Mexikaner einschieben konnte…

Pressestimmen

All das blieb zwei Tage später im Onetz natürlich unerwähnt. Der Neue Tag berichtete mit all der in der östlichen Oberpfalz zur Verfügung stehenden Begeisterung unter dem Titel „Offene Türen im alten Badehaus“:

Das erste Zusammenspiel zwischen Dorfgemeinschaft und den zukünftigen Betreibern des ehemaligen Badehauses ist gut gelungen. Aus dem zuletzt leer stehenden Gebäude soll ein Künstlerhaus werden…

Interessante Detail-Blicke auf die Stadt Berlin gab Rick Weihermann aus Nürnberg in seiner Ausstellung „Eyepollution“. „Eyepollution nimmt die Stadt, ihr ungeschminktes Gesicht, die Tätowierungen auf ihrer Haut, unter die Lupe, hält aktuelle Ausprägungen der Street Art fest, die den öffentlichen Raum bespielen. Was tut sich auf Mauern und an Wänden? Wo blühen die Bilder auf den Straßen? Wer spricht auf Stein und Beton? Wie prägen Cartoons, Graffiti, Tags, Plakate oder Aufkleber das Gesicht der Stadt?“, so Weihermann in seiner Vorstellung.

Die Maiersreuther äußerten sich in dem ihnen eigenen Enthusiasmus: „Schön, dass etwas mit dem Haus gemacht wird, alles Weitere wird man sehen“. Sie hätten dort gearbeitet und es sei doch schade um das überraschend gut erhaltene Gebäude. Die Zukunft werde zeigen, was sich entwickeln könne, ob etwas im Entstehen sei, die Region werde aufgewertet, es sei gewagt, aber da wachse etwas heran…